Architekturspaziergang
Sonntag, 26. 06.2011, 14 Uhr, TALK-WALK - Am Ende des Tunnels
Streifzug durch Erwartungsland hinter dem Bayrischen Bahnhof. Mit Andreas Denk, Chefredakteur der Zeitschrift „der architekt“, Berlin und Bonn, und mit Barbara Steiner, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig. Start: Bayrischen Platz. Leipzig wächst. Zumindest besteht – dort, wo der City-Tunnel aus der Erde kommt – eine gut begründete Hoffnung hierzu. Zwei neue S-Bahn-Anschlüsse, ein Ideen-Wettbewerb zum Bau eines neuen Stadtteils inklusive neuen Stadtparks, gute Anbindungen zur nahen Stadtmitte und interessante Nachbarschaften bilden die fast traumhaften Ausgangsbedingungen. Wird die Entwicklung des heute noch offenen und weiten Feldes somit zum Selbstläufer? Bekanntlich kann es am Ende nachhaltig schief gehen, wird das Weiterbauen der Stadt zu sehr den Investoren überlassen. Wie also kann die Planung und Realisierung dieser Stadterweiterung in einem kontinuierlichen Prozess kulturell und künstlerisch angereichert werden? Wer plant hier die Planung? Und wer kümmert sich um das Ungeplante? Talk Walk - Eine Veranstaltung des Atelier Latent in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA, Regionalgruppe Leipzig. Eintritt frei
3. Stadtgespräch Leipzig - Landschaft mit Gleisanschluss
Podiumsgespräch mit Michael Berninger (Moderation), Inge Kunath, Andreas Denk, Bertram Weisshaar am 28.06.2011, 18 Uhr 30, im Grassimuseum, Kinosaal.
Entlang von Gleisen schlängelt sich Landschaft durch den Stadtraum von Leipzig. Mehrere Parks und Grünverbindungen auf stillgelegten Bahnflächen, so zum Beispiel der Lene-Voigt-Park auf dem Gelände des ehemaligen Eilenburger Bahnhofs oder grüne Wegeverbindungen auf einstigen Industriegleisen in Plagwitz. Und die Sehsucht nach der grünen Stadt projiziert weitere zukünftige Lanfschaften auf heute brachliegnde Bahnareale, aber auch entlang von neuen Bahntrassen. Ein zu entwickelnder Grünzug ab dem Bayrischen Bahnhof soll das in dessen Umfeld neu entstehende Stadtquartier mit der Seenlandschaft im Süden verbinden.
Eine Veranstaltung des Netzwerkes Baukultur Leipzig.
Besichtigung der ältesten Kirche Sachsens am 25. Mai 2011, 17 Uhr 30
Hiermit laden wir alle Freunde der Leipziger Architektur für Mittwoch den 25. Mai 2011, 17 Uhr 30, zu einer Besichtigung der Andreaskirche nach Leipzig Knautnaundorf ein. Die Führung leitet Herr Dr. Gerhart Pasch, langjähriger Baupfleger des Evangelischen Bezirkskirchenamts Leipzig. Unter seiner Leitung erfolgte die rekonstruktive Wiederherstellung des Innenraumes der Rundkapelle. Unter dem achtseitigen Turmaufsatz von 1721 hat sich eine romanische Rundkapelle der Zeit um 1100 erhalten, wie sie auf dem Groitzscher Burgberg durch Herbert Küas (geb. 1900 - gest.1982) ergraben wurde. Nähere Informationen finden Sie hierzu u.a. in der Publikation "Archäologie und Architektur - das frühe Leipzig", die 2003 von der Kulturstiftung Leipzig im Sax-Verlag Beucha herausgegeben wurde. Die ISBN Nr. ist: 3-934544-49-5. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Die neuen Leipziger Blätter sind da!
Am Montag, dem 14.03. 2011, 18 Uhr, präsentierte die Kulturstiftung Leipzig im Asisi Panometer im Leipziger Süden die neue Ausgabe der Leipziger Blätter. Auch Heft 58 hält wieder eine große Zahl höchst informativer Beiträge aus allen Bereichen der Leipziger Kunst und Kultursgeschichte bereit. Herr Professor Yadegar Asisi war persönlich anwesend. Die Ausstellung Amazonien - ein Zauberbild der Natur konnte besucht werden.
Musik + Architektur 2011
In diesem Jahr beginnt die Kulturstiftung Leipzig einen neuen Veranstaltungszyklus unter dem Titel Musik + Architektur. Mit dieser neuen Reihe wollen wir zum einen Preisträger der internationalen Musikwettbewerbe Mitteldeutschlands in Weimar, Leipzig und Zwickau dem Leipziger Musikpublikum vorstellen und zum anderen möchten wir Sie mit herausragenden Leistungenm neuerer aber auch älterer Architektur vertraut machen. Dabei werden Musik und Architektur gleichrangig präsentiert. Neben den musikalischen Darbietungen werden sich Architekten, Kunsthistoriker und Architekturkritiker in essayistischer Form mit den Bauten auseiandersetzen.
Die erste Veranstaltung fand am Sonnabend, dem 5.3.2011, 19 Uhr, im KPMG-Verwaltungsgbäude in Leipzig, Münzgasse 2, statt. Karten zum Preis von 10,- € und 7,- € (erm.) erhielten Sie in der Musikalienhandlung M. Oelsner in der Schillerstraße 5.
Es musizierten zwei junge Pianisten, die frisch gekürten Preisträger der Altersgruppen bis 13 und bis 17 Jahre, des internationalen Liszt-Wetttbewerbes für junge Pianisten in Weimar 2011 (21.2-2.3. 2011). Zur Einführung sprach Prof. Rolf-Dieter Arens, Konzertpianist und Präsident der Kulturstiftung Leipzig. Zwischen den musikalischen Darbietungen stellte der Architekt Ronald Wanderer, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Bundes Deutscher Architekten, in seiner Laudatio das 1996/97 errichtete KPMG-Verwaltungsgebäude der Architekten Schneider und Schumacher aus Frankfurt am Main vor.
Dr. Karl-Rothe-Ehrung 2011
Wie in jedem Jahr hat die Kulturstiftung Leipzig Dr. Karl Rothe, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig von 1918 -1930, geehrt. Am 20. Januar 2011 um 13:00 Uhr am Eckhaus Dr. -Karl-Rothe-Straße 1 / Ecke Kickerlingsberg in Gohlis wurde ein Gebinde angebracht. An dieser Stelle stand früher das Wohnhaus von Dr. Karl Rothe. Daran erinnert heute eine bronzene Gedenktafel. Am 20. Januar 2011 jährte sich zum 58. Mal der Todestag von Dr. Karl Rothe, der in schwerer und bewegter Zeit Oberbürgermeister der Stadt Leipzig war. Er führte die Stadt erfolgreich durch die wirtschaftlichen Verwerfungen der Zwischenkriegszeit. In seiner Amtszeit 1918- 1930 entwickelte sich die Leipziger Mustermesse zur wichtigsten Messe ihrer Art weltweit und Leipzig zur wichtigsten Buchstadt Europas. Der von ihm geförderte Kantor Karl Straube führte den Thomaner - Chor zu Weltruhm.
Die Ehrung wird durch eine private Spende des Leipzigers Joachim Krüger ermöglicht.
Die Kulturstifung Leipzig vergab am 17.11.2010 den Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege 2010
Preisträger Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege 2010
Preisträger:
Es wurden drei gleichberechtigte Preise vergeben:
-Bauherren: Grit und Frank Ackermann für die Sanierung der Jugendstilvilla Zum Harfenacker 2 in 04179 Leipzig,
Planungsbüro: DENK architekten ingenieure Leipzig
-Bauherr: Frank Wolff für die Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses des Historismus Karl-Liebknecht-Straße 26 in 04107 Leipzig
Planungsbüro: Gabriel Architekten Leipzig
-Bauherr: GRK-Holding AG für die Sanierung des Wohngebäudes des Historismus Pfaffendorfer Straße 48 in 04105 Leipzig
Planungsbüro: homuth + Partner Architekten Leipzig
Es wurden drei Anerkennungen vergeben.
-Bauherren: Iris und Martin Boddem für die Umnutzung der ehemaligen Remise Friedensstraße 3 in 04155 Leipzig
Planungsbüro: Architekturbüro Gregor Fuchshuber & Partner Leipzig
-Bauherr: Hansa Real Estate für die Umnutzung der Fabrikanlagen Wellenwerk und Wellenwerk II Claußbruchstraße 5-7 in 04159 Leipzig
Planungsbüro: homuth + Partner Architekten Leipzig
-Bauherr: Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Leipzig-Lindenau für die Umgestaltung des Kindergartens an der Heilandskirche, Rudolf-Sack-Straße 10, in 04229 Leipzig
Planungsbüro: Graalfs Architekten Leipzig
Prof. Rolf-Dieter Arens tritt die Nachfolge von Walter Christian Steinbach an
Auf seiner turnusmäßigen Stiftungssatssitzung am 11.11.2010 wählte der Stiftungsrat der Kultstiftung Leipzig den Konzertpianisten und vormaligen Rektor der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar zum Nachfolger von Walter Christian Steinbach in das Amt des Präsidenten der Kulturstiftung Leipzig, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Gründungsjubiläum begeht. Der Stiftungsrat dankte Walter Christian Steinbach ganz ausdrücklich für sein zehnjähriges, erfolgreiches Wirken zum Wohle der Leipziger Baukultur. Die Thüringer Landeszeitung berichtete am 17.11.2010.
Wann schlägt die Demokratieglocke auf dem Augustusplatz?
Seit dem 09.10.2009 erinnert die bronzene Demokratieglocke des Berliner Künstlers Via Lewandowsky an die entscheidende Montagsdemonstration des 9.Oktober 1989. Der Haiku auf dem umlaufenden Schriftband "Demokratie ist in unendlicher Nähe längst sichtbar als Kunst" stammt von Durs Grünbein. Die Glocke wurde von den ostdeutschen Gießern mit Unterstützung der Industrie- und Handelkammer Leipzig, den Stadtwerken Leipzig, der Bürgerstiftung Leipzig, MIB AG Immobilien und Beteiligungen, der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft, der Handwerkskammer zu Leipzig, der Gesellschaft Harmonie Leipzig, Angelika Thöne-Otto und Raimund Otto sowie den Rechtsanwälten Weidiger, Richtscheid gestiftet.
Die Realisierung lag in den Händen der Kulturstiftung Leipzig.
Immer wieder erreichen uns Anfragen, wann denn die Glocke schlägt? Hier die Antwort:
Die Glocke schlägt an jedem Montag um 18:35 Uhr 12 Mal. Wieso 18:35 Uhr?
Dazu existiert ein Fernschreiben vom Leiter der BV Leipzig, Generalleutnant Hummitzsch, an den Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit, Generaloberst Mittig und an den Stellvertreter des Ministers, Generalleutnant Neiber: „ … am 09.10.1989 fand ausgehend vom Vorplatz der Nikolaikirche in der Zeit von 18:35 bis 20:30 Uhr eine nicht genehmigte Demonstration … statt, …“.
An allen anderen Tagen schlägt die Glocke zwischen 8 Uhr und 20 Uhr innerhalb jeder vollen Stunde ein Mal nach dem Zufallsprinzip mit einem bis zu zwölf Schlägen.
Architekturstadtplan zu Historismus und Jugenstil erschienen
Leipziger Architektur um 1900
In keiner zweiten Stadt in Deutschland hat sich ein so geschlossener Bestand an Bauten aus der Epoche des Wilhelminischen Kaiserreichs, das heißt aus der Zeit zwischen 1871 und 1918, erhalten wie in der alten Messestadt Leipzig. Im zweiten Weltkrieg war Leipzig weniger stark zerstört worden als etwa Hamburg, Dresden oder Magdeburg. Von den rund 15000 erfaßten Kulturdenkmalen der Stadt gehören mehr als 10000 der sogenannten Gründerzeit an. Besonders der Wohnungsbau des Historismus prägt noch heute ganze Stadtteile. Die meisten Gebäude jener Epoche wurden nach 1990 saniert und offenbaren wieder die teils opulente Vielfalt ihrer handwerklichen Details. Oft finden sich kunstvoll dekorierte Treppenhäuser, die der Einzelbetrachtung wert sind.
Zwischen 1871 und 1918 erhöhte sich die Einwohnerzahl von 100000 auf über 600000. Als 1895 hier zuerst die Mustermesse eingeführt wurde, stieg Leipzig zum ersten Messeplatz Europas auf. An den architektonisch beeindruckenden Messepalästen der Innenstadt, wie Städtisches Kaufhaus, Handelshof, Specks Hof, oder aber an der ältesten erhaltenen Passage Deutschlands, der Mädlerpassage, sind Wirtschaftskraft und Bürgerstolz noch heute ablesbar. Für Leipzigs Entwicklung zur Industriestadt steht beispielhaft der Stadtteil Plagwitz mit einer Vielzahl erhaltener, architektonisch sehenswerter Industriegebäude (Buntgarnwerke, Bauwollspinnerei). Der Leipziger Osten war dagegen durch die polygraphische Industrie geprägt. Hier hatten sich Verlage und Druckereien angesiedelt (etwa Reclam und Brandstetter).
Lange Zeit hatte man diese Architekturepoche als innovationslosen Eklektizismus abgetan. Aber heute erkennen wir, daß der Rückbezug auf ältere Baustile von der Romanik bis zum Klassizismus durchaus beeindruckende neue Lösungen hervorbrachte. Die Verwendung von Stahlbeton (ab 1899), Stahl und Glas erlaubte zudem völlig neuartige Baukonstruktionen (Hauptbahnhof). Neoromanik (Taborkirche), Neogotik (Peterskirche), Neorenaissance (Zentralmeßpalast), Neobarock (Städtisches Kaufhaus) und Neoklassizismus (ehemalige Messehalle 16) – alle diese Spielarten des Historismus sind in Leipzig in glänzenden Beispielen vertreten. Während die Architekten zu Beginn der Epoche die historischen Stile teils noch akademisch genau rezipierten (ehemalige Reichsbank), wurde es gegen Ende des Historismus ein freier, spielerischer Umgang (Neues Rathaus). Am Schluß stehen Reformarchitekturen, wie etwa Fritz Schumachers Handelshochschule, die den Weg in die Moderne vorbereiten.
Namhafte Leipziger Architekten der Zeit um 1900 sind die Stadtbauräte Hugo Licht (1841–1923) und Otto Wilhelm Scharenberg (1851–1920) sowie die freien Architekten Arwed Roßbach (1844–1902), Max Pommer (1847–1915), Georg Weidenbach (1853–1928) und Richard Tschammer (1860–1929), Emil Franz Hänsel (1970–1943) und nicht zuletzt der Meister des Jugendstils Paul Otto Hermann Möbius (1866 bis 1907), der einen ganz eigenen Lokalstil kreierte (Paul-Michael-Straße). In der Zeit des Historismus und des Jugendstils fand Leipzig endgültig Anschluß an das nationale, ja internationale Architekturniveau. Monumentale Kirchen, Bahnhöfe, Rathäuser, Schulen, Banken und Gerichtsbauten und nicht zu vergessen das Völkerschlachtdenkmal von Bruno Schmitz, der größte Denkmalbau Europas, prägen heute das Bild der Stadt, die sich zu Recht als die architektonische Hauptstadt des deutschen Historismus ansehen darf. Mit dem 1888–1895 von Ludwig Hoffmann und Peter Dybwad erbauten ehemaligen Reichsgerichtsgebäude erhielt Leipzig gar einen der repräsentativen Staatsbauten des Deutschen Kaiserreichs. Dieser aufwendig sanierte Bau mit seinen wertvollen erhaltenen bzw. wiederhergestellten historischen Innenräumen und einem umfangreichen ikonographischen Programm zur Justizgeschichte sowohl an den Fassaden als auch im Inneren gehört zu den Leitbauten jener Epoche.
Wir haben insgesamt 82 Gebäude und Gebäudeensembles in diesen Architekturplan aufgenommen. Bei einem Rundgang wird man entdecken, daß die Zahl der sehenswerten Gebäude ungleich größer ist.
Sonderheft der Leipziger Blätter im Buchhandel
Leipzig – Stadt am Wasser
Obwohl weder an einem See noch an einem großen Strom gelegen, sind Leipzig und sein Umland dennoch von einer Vielzahl mittlerer und kleiner Gewässer durchzogen, von denen Pleiße und Weiße Elster zu den größeren gehören. Wasser wurde zu einem wichtigen Element der Stadtgestaltung und Stadtqualität, mit zunehmender Stadtvergrößerung und -verdichtung allerdings immer weiter aus dem Stadtbild verdrängt. Die verbleibenden Fließe glichen eher Abwasserkanälen. Diese Zeit ist glücklicherweise vorbei. Die ehemals verrohrten Bach- und Flussläufe werden Schritt für Schritt wieder ans Licht geholt.
Die durch die alles umpflügende Gewalt der riesigen Tagebaumaschinen seit dem frühen zwanzigsten Jahrhundert vernichteten Landschaften südlich und nördlich von Leipzig werden neu erschaffen. Die dabei entstehenden zahlreichen Seen in Tagebaurestlöchern rechtfertigen nachträglich und eindrücklich das Wort von der »Seestadt Leipzig«.»Bauen am Wasser« ist ein sehr anspruchsvolles Thema. Allen Beteiligten muss klar sein, dass Bauen am Wasser beziehungsweise in dessen Nähe besondere Ansprüche sowohl in gestalterischer und technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht stellt. Vor allem aus diesem Grund hat die Industrie- und Handelskammer Leipzig gemeinsam mit der Architektenkammer Sachsen in der jüngsten Vergangenheit drei Workshops zu diesem Themenkreis durchgeführt. Hauptsächlich ging es um Landschafts-, Stadt- und Hochbauplanung unter besonderer Betrachtung der baurechtlichen Herausforderungen. Daraus entstand eine Arbeitsgruppe, in der sich neben den Genannten die Landesdirektion Leipzig, die Stadt Leipzig, das Kommunale Forum Südraum Leipzig und der Deutsche Werkbund Sachsen zusammenfanden, die alle auch Teilnehmer der Workshops waren.
Für die Architektenkammer Sachsen erwuchs aus den Erfahrungen dieser Zusammenarbeit der Gedanke, den diesjährigen »Architektursommer Sachsen« unter das Motto »Architektur ans Wasser – Baukultur ist Lebenskultur« zu stellen. Mitgetragen wird dieses Engagement von allen Mitgliedern der genannten Arbeitsgruppe. Der »Architektursommer« des Jahres 2010 dauert vom 15. Mai bis zum 15. Oktober, er will in Sachsen – dieses Mal herausgehoben am Beispiel der Region Leipzig – einen entscheidenden Beitrag zur Planungs- und Baukultur leisten. Das Motto des Architektursommers hat Herausgeber und Verlag bewogen, in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Sachsen zum Thema »Bauen am Wasser« ein Sonderheft der LEIPZIGER BLÄTTER herauszugeben, das auch als Fortsetzung des Sonderheftes »Mitteldeutsche Seenlandschaft« vom Juni 2007 gesehen werden sollte.
Das aktuelle Sonderheft veranschaulicht die große Fülle von Sichtweisen auf das Thema »Stadt am Wasser«. Darin ist das Neuseenland ein wichtiger Bestandteil. Dessen erfolgreiche Entstehungsgeschichte in den letzten zwanzig Jahren ist eng verbunden mit der Tätigkeit des Regierungspräsidiums Leipzig – heute Landesdirektion – und vor allem seines Präsidenten Walter Christian Steinbach, der sich hier bleibende Verdienste erworben hat.Diesem Sonderheft der LEIPZIGER BLÄTTER ist zu wünschen, dass es freundliche Aufnahme findet und dazu beitragen kann, sowohl die Vorzüge als auch die Probleme einer Stadt am Wasser sichtbar werden zu lassen, und darüber hinaus Interesse erweckt, an den Veranstaltungen des Architektursommers teilzunehmen, in dessen Verlauf unter anderem auch der »Tag der Architektur« am 26. / 27. Juni und der »Tag des offenen Denkmals« am 12. September stattfinden.
Winfried Sziegoleit, Kulturstiftung Leipzig / Ehrenpräsident der Architektenkammer Sachsen
Besichtigung des Erweiterungsbaues der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig
Am 28.04.2011, 17 Uhr, besteht für die Freunde der Kulturstiftung Leipzig die Möglichkeit der Besichtigung des Erweiterungsbaues der Deutschen Nationalbibliothek am Deutschen Platz. Anmeldung unter kulturstiftungleipzig@t-online.de erforderlich. Die Führung wird die Architektin, Frau Gabriele Glöckler, persönlich übernehmen. Zur Führung dürfen wir auch den Direktor, Herrn Michael Fernau, begrüßen.
Nächste Veranstaltung am 05.04.2011 im Grassi
Dienstag, 5. April 2011 um 18:30 Uhr, Urban oder privat – Wohnen in der Stadt
Teil 2 Stadtgespräche Leipzig 2011 "Sehnsucht Stadt"
Prof. Dr. Johann Jessen, Stadtplaner Stuttgart – Tom Kaden, Architekt Berlin - Peter Stubbe, Geschäftsführer der LWB als Gäste und Moderation: Prof. Ingo Andreas Wolf, Leipzig
Ort: Grassimuseum: Pfeilersaal / Vortragssaal.
Herzlich eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, um den Impulsreferaten zu folgen und bei den Podiumsgesprächen mit zu diskutieren – der Eintritt ist frei.
(nähere Informationen auf unserer Veranstaltungsseite)
Aufbruch unter Tage
Am Donnerstag, dem 03. Februar 2011, 18 Uhr, in der Aula der Alten Nikolaischule, Eintritt frei. Es spricht Frau Dr. Christiane Hemker, Landesamt für Archäologie Sachsen zum Thema: „Aufbruch unter Tage“, Vortrag mit pp - Präsentation
Im erzgebirgischen Dippoldiswalde wird seit 2008 ein außergewöhnlich gut erhaltenes Silberbergwerk der Zeit um 1200 archäologisch untersucht. Die dabei freigelegten Befunde und Funde sind für das hohe Mittelalter teilweise einzigartig in der europäischen Montanarchäologie. Erstmals können unter Tage im großen Umfang Abbau- und Fördertechniken des mittelalterlichen Bergbaus untersucht werden.
Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr 2011
Allen Freunden der Kulturstiftung Leipzig wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr. Auch 2011 werden wir mit einer Fülle von Aktivitäten zur Leipziger Baukultur aufwarten. Auch das 500 jährige Jubiläum der Nikolaischule im Jahre 2012 wirft bereits seine Schatten voraus. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Ölgemälde "Einzug in Jerusalem" in der Evangelischen Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg in Jerusalem. Bis zu Ostern 2010 konnte mit vielfältiger Untestützung aus Leipzig der dortige Kaisersaal restauriert werden. Im Frühjahrsheft der Leipziger Blätter werden wir ausführlich darüber berichten. Die Abbildung stammt von einem Weihnachtsgruß des Pfarrers der Himmelfahrtkirche in Jerusalem, Michael Wohlrab, an die Kulturstiftung Leipzig.
Höfe am Brühl - Eine Klarstellung zum Thema Denkmalschutz
Anlass
In einem von Arnold Bartetzky initiierten offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Management für Immobilien AG (mfi) wird im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben „Höfe am Brühl“ an den „Erhalt des Kaufhauses Brühl in Leipzig“ appelliert. Erwartet wird, dass die alte Kaufhausfassade von Emil Franz Hänsel aus den Jahren 1908/1915/1928 wieder hergestellt und deshalb auf den Abbruch der jetzt sichtbar gewordenen Fassadenreste verzichtet wird. Was mit der inzwischen demontierten, sehr gut erhaltenen, denkmalgeschützten Aluminiumfassade des Leipziger Künstlers Harry Müller aus dem Jahre 1968 werden soll, bleibt bei dieser Forderung offen.
In der aktuellen Auseinandersetzung um den Bestand des ehemaligen Kaufhauses Brühl (Fragmente der alten Fassade) und des konsument-Warenhauses (vollständig erhaltene Aluminium-Fassade) wird ferner der Eindruck erweckt, dass man im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Projektes „Höfe am Brühl“ zu anderen Entscheidungen gekommen wäre, wenn man den angeblich „sehr guten Erhaltungszustand“ der im Zusammenhang mit den Abbruchmaßnahmen sichtbar gewordenen Sandsteinfassade früher erkannt hätte. Dies gipfelt in der Festsstellung, ein bedeutender Kaufhausbau des beginnenden 20. Jahrhunderts würde leichtfertig geopfert.
Deshalb sollen zur Versachlichung der Diskussion die Grundlagen und der Entscheidungsprozess im Bezug auf den Denkmalstatus und das Wettbewerbsverfahren im Folgenden nochmals kurz nachgezeichnet und damit klargestellt werden.
Klarstellung
Die Aufgabenstellung für den von der mfi durchgeführten Architektenwettbewerb „Höfe am Brühl“ wurde in einem Workshop am 09. Mai 2007 intensiv beraten. Diese Verfahrensweise wurde auf Wunsch der Stadt Leipzig und im Ergebnis eines StadtratsBeschlusses gewählt. An dem Workshop nahmen Vertreter der Architektenkammer Sachsen, des BDA, des Bundes Deutscher Baumeister, des Stadtforums Leipzig e.V. und des ARCHITEKTURRAUM e.V. teil. Es versteht sich, dass sowohl das Landesamt für Denkmalpflege, als auch die untere Denkmalschutzbehörde in die Vorbereitung des Wettbewerbs und diesen Workshop involviert waren.
Im Ergebnis des Workshops wurde die Wettbewerbsauslobung in wesentlichen Punkten präzisiert. Dies betraf auch die vereinbarten Maßgaben zum Denkmalschutz der Fassade, die nach außen als Aluminiumfassade aus dem Jahre 1968 sichtbar bleiben sollte. Zum Wettbewerbsverfahren hatten sich 69 Architekturbüros beworben, von denen 30 zur Teilnahme ausgewählt wurden. Am 1. November 2007 entschied sich die 19-köpfige Jury einstimmig zugunsten des Entwurfes des Berliner Architekturbüros Grüntuch Ernst. Wie alle anderen beteiligten Büros hatten die Architekten Grüntuch Ernst, der denkmalpflegerischen Maßgabe folgend, die Aluminiumfassade in ihr Konzept integriert.
Der äußerst schlechte Erhaltungszustand der Restfassade des Gebäudes von Emil Franz Hänsel war im Rahmen der Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens hinreichend bekannt. Laufstege hinter der Aluminiumfassade erlaubten eine Begehung aller Fassadenabschnitte. 1943 war das Gebäude durch Brandbomben zerstört worden. Die lang anhaltende Brandeinwirkung verursachte schwerwiegende Schäden an der Sandsteinfassade. In einem sehr differenzierten Gutachten vom 07.05.2008 bewertete der Leipziger Statiker Rolf Seifert, dem die Denkmalpflege die Rettung so manchen Kulturdenkmals verdankt, die heute sichtbare Restsubstanz im Hinblick auf eine mögliche Restaurierung. Seifert stellte fest, dass lediglich noch „42 % der verbliebenen Naturstein-Ansichtsflächen der Originalfassade im Bestand erhalten sind“ sind und dass „die Reparatur der Fassadenreste praktisch den Abbruch des Natursteinanteils am Mauerwerk und den totalen Neuaufbau desselben bedeuten würde“. Er konstatierte, dass durch Brandeinwirkung die oberflächennahen Schichten der Sandsteinelemente zwischen 5 und 35 mm abgesprengt waren und zusätzlich aus Sicherheitsgründen beim Umbau 1966/68 viele Teile abgeschlagen worden sind.
Der Investor und Bauherr mfi war von Anfang an bereit, die denkmalgeschützte Aluminiumfassade zu integrieren. In einem öffentlich-rechtlichen Vergleichsvertrag zwischen mfi, dem Regierungspräsidium Leipzig und dem Landesamt für Denkmalpflege vom 10.07.2008 wurde vereinbart, dass die Aluminiumfassade zu erhalten und in den Neubau zu integrieren sei. Wesentlich für diesen Vergleich war das Gutachten des Ingenieurbüros Seifert, in dem die Reste der Sandsteinfassade als von nur noch eingeschränktem denkmalpflegerischen Wert eingestuft wurden und ihre Erhaltung mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden sein würde. In dieser Vereinbarung wurde der Investor verpflichtet, an der Nordseite der historischen Sandsteinfassade ein Bauelement, die zweite Fensterachse, vom 1. bis 4. Obergeschoss von Osten gesehen über eine Länge von ca. 15 m für die Öffentlichkeit begehbar zu erhalten und in ihrer Gesamtheit erlebbar zu machen. Die Aufgabe der fragmentarisch erhaltenen Sandsteinfassade war auch der Tatsache geschuldet, dass eine künftige Wiederverwendung praktisch ausgeschlossen war und der rein geschichtlichdokumentarische
Denkmalwert die erheblichen Mehrkosten kaum rechtfertigen konnte.
Die renommierte Bauhistorikerin Prof. Dr. Simone Hain sieht in der Kaufhausfassade von 1968 eine „im Spektrum der europäischen Nachkriegsmoderne herausragende architektonische und künstlerische
Qualität“. Wie sie in ihrem Gutachten zur Denkmalwürdigkeit vom August 2008 folgert, „stellt das ehemalige Kaufhaus ‚konsument‘ sowohl im städtebaulichen Ensemble der (inzwischen verlorenen) modernen Brühl-Bebauung als auch als Einzelarchitektur überregional eine herausragende architektonische Leistung seiner Zeit dar und es gehört zugleich in die universelle Traditionslinie einer bewegt plastischen, mit ihrer metallischen Anmutung spielenden Architektur, die von Hans Scharouns Berliner Philharmonie bis zu Frank Gehry´s vielbeachtetem Museumsbau in Bilbao reicht. Damit hat das Bauwerk sowohl dokumentarische Bedeutung für die jüngere Baugeschichte, namentlich der DDR-Periode, wie auch innerhalb der Geschichte des modernen Entwerfens
überhaupt“.
Leipzig, den 28.4.2010
Dr. Wolfgang Hocquél
Kulturstiftung Leipzig
Präsident der Kulturstiftung Leipzig erhält hohe Auszeichnung
Am 06.09.2010 empfing Walter Christian Steinbach, ehemaliger Präsident der Landesdirektion Leipzig und Präsident der Kulturstiftung Leipzig, aus den Händen des Bundespräsidenten Christian Wulff, im 20. Jahr der deutschen Einheit, für seine Verdienste um die Entwicklung der Region den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Die Kulturstiftung Leipzig gratuliert ihrem Präsidenten ganz herzlich!



































